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Városlőd/ Waschludt - Ortsgeschichte

 
 

Zur Geschichte des Ortsnamens
Der ursprüngliche - im Mittelalter verbreitete - Name von Waschludt / Városlőd war Leveld/Lövöld. Da in dem Ort nach den Angaben der Urkunden aus dem 13. Jh. (1270: Lueld, 1274: Leveld) Waldwächter wohnten, ist der Name wahrscheinlich aus dem ungarischen Verb lő (auf Deutsch „schiessen“) mit einem Suffix -1 (bzw. -1+d) entstanden und weist auch heute noch auf den Beruf der ehemaligen Bewohner hin.
 
Waschludt/Városlőd (Leveld) im Mittelalter, sein Kartäuserkloster
         Die erhalten gebliebenen schriftlichen Zeugnisse dokumentieren, dass Waschludt/Városlőd (1240: Lueld), die Siedlung aus der Árpáden Zeit, anfangs ein königliches Gut und der Ort der königlichen Waldhüter war. Seine Bewohner waren die Waldwächter (1274: custodes silvarum), die sich mit Waldarbeit, Jagd und Tierhaltung beschäftigten.
Ludwig der Große gründete um 1364 das berühmte Paradiesentaler Kartäuserkloster. Die Ortschaft und seine Umgebung bildeten das Eigentum des Klosters und waren zugleich ein „Oppidum“, eine Stadt bzw. der Ort des Komitats- und Königsgerichts.
Kartäusermönche und das berühmte Waschludter Kloster
In den Blütezeiten lebten 150 Mönche und ihre Dienstleute hier. 1527 wurde hier „unser umfangreichster Codex“, der Érdy-Codex geschrieben, der aus den Federn des hervorragenden Wissenschaftlers, stummen Mönches, „Kartäuser Anonymus“ stammte.
Die Kartäusermönche verrichteten zwar physische Arbeit, aber ihre Tätigkeit war eher intellektuell (Kopieren und Bandarbeit von Büchern). Deshalb halfen in ihrer Verpflegung die sogenannten Bewohner des Unterklosters, die die verschiedensten Berufe, wie Koch, Bäcker, Schuh-, Lederhersteller, Maurer, Zimmermann, Landwirt, Gärtner, Schmied usw. ausübten. Ihre Wohnhäuser lagen südlich vom Kloster, aber die Freilegung ihrer genauen Stellen geschah noch nicht. Die Urkunden hielten die erwähnte Kleingemeinde vermutlich unter dem Namen „Ordo-Leweld“ fest.
Das Schicksal des altrenommierten, reichen Klosters war von dem Angriff der Türken und dem Fall der Wesprimer Burg in 1552 besiegelt. Die Mönche konnten ihr wertvolles, bewegliches Vermögen, die kirchlichen Ausstattungen und ihre Bibliothek retten, indem sie diese nach Preßburg bzw. Nagyszombat(Tyrnau) in die Slowakei lieferten. Vor ihrem Verlassen verpachtete der Prior Ladislaus sämtliche Güter in Leweld für neunzig ungarische Forint an András Köves (Kewes) den Bischof von Veszprém, der sich damals gerade in Sümeg aufhielt. Da die Kartäuser mehr nicht zurückkamen, und niemand Anspruch auf die Güter erhob, gerieten diese ab Mitte des 17. Jahrhunderts in den Besitz des Bischofs von Wesprim/Veszprém. Nach dem Untergang des Klosters verwüsteten die Türken Leweld mehrmals, es blieb leider auch von den Kaisersoldaten nicht verschont. Nur die Bevölkerung des Unterklosters überlebte die Türkenherrschaft. Im 18. Jahrhundert wurde der in Pille funktionierende Brettschneider erwähnt (das tschechische Bila/Pila Wort bedeutet Brettschneider), woher das Bauholz in der Zeit des Rákóczi Aufstandes (1704) nach Dunaföldvár zum Bau einer Brücke geliefert wurde. 
 
Die Ansiedlung der Gemeinde im 18. Jahrhundert

        Nach der Türkenherrschaft versuchte zuerst der Bischof von Veszprém, Ottó Volkra das Dorf neu zu besiedeln, er rief ungarische Leibeigene auf die unbewohnten Gebiete. Er hatte wenig Erfolg: 1715 wurden zwanzig, 1720 nur fünf Steuerpforten in Lőd zusammengeschrieben.
          Die Entscheidungen des 1722-23-er Parlaments führten dazu, dass Graf Imre Eszterházy (zwischen 1723-25 Bischof von Veszprém), in 1728 Ádám Acsády mit der Besiedlung der Ortschaft im größten Teil aus den deutschsprachigen bzw. Habsburger Gebieten begann.
Das Siegel von Waschludt/Városlőd im 18. Jh.
Die ersten Familien kamen wahrscheinlich aus dem Kurfürst Mainz, aus der Umgebung vom Rhein und aus Spessart. Die erhalten gebliebenen Dokumente erwähnen Jakab Kunkel (1726) als Einwohner von Heilbrick; János Fleckenstein (1723), Henrik Fleckenstein (1724) und István Fleckenstein (1729)als Einwohner von Spessart. In dem ab dem Jahr 1735 geführten Stammbuch treffen wir auf Herkunftsorte, wie Wiesthal, Hössbach, Heigenbrücken, Scholzbrunn, Seilauf, Western, Jakobsthal, Soborn, Rothenbuch, Kleinostheim und Stockstadt, woher sich die katholischen Familien nach Waschludt/Városlőd und Kischludt / Kislőd ansiedelten.
         Die deutschen Ansiedler bauten ihre Häuser nicht im mittelalterlichen Leweld auf, sondern zogen ins Tal des Tolna-Baches, in die Nähe des ehemaligen Klosters. Der Grund dafür war, dass die österreichischen Kaiserheere in der Umgebung des entvölkerten Dorfes stationierten. Aus den Dokumenten der kirchlichen Volkszählung geht es hervor, dass die Wohnhäuser auf Gebieten nördlich vom Kloster bereits in 1727 eine organisierte Gemeinde bildeten, mit einem gewählten Richter und Geschworenen. Das älteste Siegel stammt aus 1728. 
        Nach der Türkenherrschaft schufen die Wälder, der reiche Lehm- und Erzbestand bzw. die Möglichkeit des Kalkbrennens den Rahmen zur Gründung von Glashütten, Eisenhammer, Brettschneider, Pottaschenkoch und Kalkbrennerbetriebe. Die Forstwirtschaft des 18. Jh.s im Bakony ist mit den Glashütten verbunden. Die Tätigkeit der Glashütten von Pille, Deutschhütten/Németbánya und Böhmischhütten/Csehbánya bzw. der verwaltungsmäßig zu Waschludt gehörende, aber auf der Grenze von Kischludt/ Kislőd stehende Eisenhammer basierte auf dem Holzbestand der Waschludter Wälder. In Pille, anstelle des unteren Klosters funktionierte bereits in 1715 eine Glashütte (die erste in Bakony). Der erste Hüttenmeister war Rubner Péter János, der nördlich von Linz, von dem heutigen österreichisch-tschechischen Grenzgebiet mit seiner Familie und mit einigen Hüttenarbeitern nach Waschludt/Városlőd übersiedelte. Zwischen 1735-1757 pachtete Michael Gasteiger die Hütte. Die Familie Gasteiger stammte aus Oberbayern, aus Deutschland. Aus Mähren kam in 1757 Ferdinand Adler mit seinem Vater (verstarb in 1758), mit seinen Brüdern Ferenc Xaver und József bzw. mit seinen Schwestern, mit der ledigen Johanna, mit Antonia und ihrem Mann als neuer Pächter der Hütte nach Pille. Er stammte aus einer berühmten Glasfabrikdynastie. Ferdinand Adler brachte 24 namentlich bekannte Arbeiter mit. Die Familie Adler übernahm den Hüttenbetrieb von Lőd, aber sie fingen sofort mit dem Bau einer neuen Hütte an. 1762 wurde diese fertig, und unter dem Namen Huta Bohemica” also Csehhuta – Csehbánya – Böhmischhütten bekannt. In Lőd und Pile wurde die Arbeit in der Glashütte eingestellt, die Mitarbeiten gingen in die neuen Hütten. Am Ende der 1760-er Jahre wurde das damals selbständige Pille, mit eigener Kapelle und eigenem Friedhof zu Waschludt/Városlőd angeschlossen. Damals begannen das von den Franken bewohnte Waschludt und das im größten Teil von Bayern bewohnte Pille ihre gemeinsame Geschichte.
 
 
Lebensmöglichkeiten, Wirtschaft in der zweiten Hälfte der 18. Jh.

Die hier lebenden deutschen Familien sanken in den 50 Jahren nach der Ansiedlung ganz in die Schicht der Leibeigenen. Der Siedlungsvertrag blieb leider nicht erhalten, aber die später abgeschlossenen Verträge (1746, 1749, 1752, 1758 und 1765) hielten die bitteren Lebensbedingungen fest. Auf 1778 wurden die ursprünglichen Steuerabgaben - Fronarbeit von 50 Tagen und lange Fuhren - zurückgesetzt. Ihre Situation erschwerte weiterhin, dass der Bischof Márton Padányi Bíró in den 1750-er Jahren auf seinen Gütern die Meier-Wirtschaft einführte. Infolge dessen wurden die Felder mit besserer Qualität zusammengezogen und im Zentrum dessen ließ er Wirtschaftsgebauten und Knechtswohnungen bauen. (die Kreuzmeierei, Rudermeierei und die Neumeierei entstanden in dieser Zeit). Statt der weggenommenen Felder erhielten die Bauer Felder, die aber weiter lagen und schlechtere Qualität hatten. 
Die Größe eines Fronhofes betrug in Waschludt/Városlőd 23-24 Morgen. Aber laut des Urbariums aus 1770 verfügte niemand über so großen Fronhof im Dorf:
über 3-6 Morgenfelder           38 Familien,
                      über 7-10 Morgenfelder         30 Familien,
                      über 11-15 Morgenfelder       2 Familien und
                                       über 16-21 Morgenfelder       verfügte eine Familie.
 
 
            Zum Ackerbau gehörte auch die Tierhaltung. Nach der Zusammenschreibung in 1773 hatten in Waschludt 312 Familie Schweine, 235 Familie Rinder, 96 Familie Bienen und 106 Familie Schafen. Dieser Bestand wurde mit Federviechern ergänzt. Im Leben der Ortsbewohner spielte die Heimindustrie eine große Rolle. Sie stellten verschiedene Werkzeuge (Holzgabel, Holzharke, Holzschaufeln, Hakenpflug und Scheibtruhe) Bauhölzer in aller Form (Dachpfette, Tragbalken, Oberschwelle, Latte, Schindel) und Möbelstücke (Schrank, Bett, Tisch usw.) her. Auch die Pottasche-, Kohle-, und Kalkbrenner lebten aus den Wäldern.
Die durch II. Joseph verordnete staatliche Volkszählung wurde in Waschludt/Városlőd in 1785 durchgeführt. Eine dieser Daten bezog sich auf die Anzahl der Männer, die in der folgenden Tabelle veranschaulicht wird:
der Pfarrer                                 2                   Sprössling       zw. 1-12 Jahren 228
Beamte                                     -                                          zw. 13-17 Jahren 65
Bürger                                       30                  alle Männer                             757
Bauer                                        97
Erbfolger der Bürger und Bauer  102
Häusler                                    184
Andere                                      48
beurlaubter Soldat                      1
Nach der Zusammenschreibung galt der Landwirt mit ¼ oder größerem Baugrund als Bauer. Vorher wurden auch die, die über 1/8 Baugrund verfügten zu den Bauern gerechnet. Nur ein Teil der Häusler verfügte über Haus und Grundstück. Die anderen suchten in den Meierhöfen oder bei wohlhabenden Herren Arbeit, oder sie wechselten zur Handwerkertätigkeit. In der Zusammenschreibung stehender Ausdruck „Erbfolger der Bürgers und Bauer“ bedeutete den ältesten Jungen, der alles erbte. Die Aufteilung der Erbe unter den Geschwistern verbreitete sich erst später.

Die Karte der inneren Funde von Waschludt mit den Nahmen der Bewohner, T-559 Landkertensammlung des Komitatsarchivs von Veszprém 1791.



Waschludt/Városlőd im 19-20. Jh.

            Am Anfang des 19. Jahrhunderts nahm die deutsche Bevölkerung sowohl in der Anzahl als auch in den Nutzungsmöglichkeiten zu. Laut einer Zusammenschreibung aus dem Jahre 1802 waren die Felder mittelmäßig ertragreich, der Weizen brachte 2 ¾, die Gerste 3 ½ und der Hafer 3 Meste Ernte. Die schönsten Wälder des Wesprimer Bistums waren in Waschludt, die reich an Weiden waren, auf denen die Bevölkerung mehr als 2000 verschiedene Tiere zur Weide trieb. Neben der Landwirtschaft beschäftigten sich viele mit Handwerkgewerbe, 1802 betrug die Handwerkerzahl 52. Nach den Angaben aus 1828 verkaufte ein Händler auch ausländische Ware, sieben Handwerker arbeiteten im ganzen Jahr und acht Handwerker beschäftigten sogar einige Helfer.
Das Gebäude der Waschludt der Töpferei. Hier öffnete Vince Stingle, der Gründer der Porzellanfabrik von Herend seine erste Keremaikmanufaktur
Die meisten Handwerker betrieben das Handwerkgewerbe vorwiegend neben dem Ackerbau während der Winterzeit. Von den drei Getreidemühlen besaß der Grundherr eine, die anderen zwei die Gemeinde. Zu Waschludt gehörten der Brettschneidebetrieb, die Glashütte von Pille bzw. ein Eisenbaugrube, die zwei Glashütten mit den Namen „Csehbánya“ und „Németbánya“ und die entlang der Hauptstraße aufgebauten Gasthöfe namentlich Farkasgyepű und Koplaló.
            Anhand des Kaiserdekrets wurde das Vermögen der Haushalte in Waschludt/Városlőd auch im Jahre 1828 zusammengeschrieben. In den Dokumenten stehen die folgenden Angaben: in Waschludt lebten 126 Häusler mit Grundstück, 121 Häusler verfügten über ein Haus und 68 Häusler hatten nichts. Die Zahl der Haushalte betrug 331, die Zahl der besteuerten Häuser lag bei 276. Nach der Zusammenschreibung arbeiteten 26 als Handwerker, 6 als Knechte oder Mägde und 1 als Händler. Die Getreideernte war in dem Jahr insgesamt 17.110 Pressburgmesser, es wurde über 317 Rinder, 50 Pferde, 391 Schweine, 252 Schafen und 170 Enten berichtet.
            Neben den Handwerkern spielten auch die Manufakturen im Wirtschaftsleben von Waschludt/Városlőd eine große Rolle. Vince Stingl und Károly Stingl gründeten in den 1830-er Jahren eine kleine Töpferei, die sich bereits in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts zu einer weltberühmten Töpferei entwickelte. In erster Linie wurden Tafelgeschirr, aber auch Feldflaschen, Vasen, Blumentöpfe, Krüge und Kacheln für Ofen hergestellt, eine Zeitlang wurde hier sogar Porzellan bemalt. In dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Zahl der Beschäftigten folgendermaßen: 12-13 Maler und 50-60 Arbeiter, die Produktion errichte einen Wert von 45-50.000 Forint pro Jahr. 
            Die Tabakpfeifenfabrik des Dorfes, die Sámuel Boskovicz um die Jahrhundertwende des 19. und 20 Jh.s . gründete, hatte kleineres Produktionsvolumen. Die Fabrik bot jahrzehntelang für 30-40 Leute Arbeit. Außer den Tabakpfeifen wurden auch Kachel für Kachelofen, Töpfe und kleinere Gebrauchsgegenstände aus Lehm mit guter Qualität hergestellt. Die Tätigkeit der Fabrik wurde von einem Bombenanschlag (am 23. März 1945) beendet.
In der 1920-er Jahren wurde „die Pannonia Töpferware Kischludt“ anstelle der Kalkbrennerei, in der Nähe des Waschludt-Kischludter gemeinsamen Bahnhofes gebaut. 1928 kaufte der damalige Besitzer der Töpferei von Waschludt, István Iglauer auch diesen Betrieb und stellte die Fabrik zur Rohrherstellung um. In den 1930-er Jahren nahm die Produktion der beiden Fabriken zu (zum Teil infolge der Elektrisierung) und die Zahl der Arbeiter lag durchschnittlich bei 110 Personen. Die deutschen Rückzugsoldaten sprengten die Rohrfabrik am Ende des Krieges, die Töpferei wurde in 1948 verstaatlicht, in 1950 wurde die Produktion endgültig stillgelegt. Die Einrichtungen wurden nach Herend (Berggruben-Siedlung) geliefert, wo dann die von dem originalen ganz unterschiedliche sog. „Waschludter-Majoliken“ jahrzehntelang hergestellt wurden.
Als Nachfolger der Töpferei in Bezug auf die Herstellungstechnologie und die Motive kann die „Keramika Waschludt“ betrachtet werden, die seit 1990 in Waschludt/Városlőd funktioniert.
Mit der Waldausrodung zw. Waschludt/Városlőd- Wirtshäusl‘/Farkasgyepű hing die im Jahre 1918/19 gebaute Waldeisenbahn (eine kleine Bahn) zwischen Waschludt/Városlőd-Deutschhütten/Németbánya-Wirtshäusl‘/Farkasgyepű zusammen. Das gerodete und im Sägebetrieb von Wirtshäusl‘/Farkasgyepű verarbeitete Holz wurde mit dieser Waldeisenbahn zu den großen Bahnhöfen geliefert. Die Umladung in die großen Waggons erfolgte an der sogenannten Rampe, die nördlich von Waschludt/Városlőd zwischen dem Ulrich Bahnwächterhaus (schon abgerissen) und dem Cseh- Försterhaus lag. Die 9980 Meter lange Waldeisenbahn wurde 1964 geschlossen.
Zeitweise wurden den Gemeindebewohnern Arbeit auch außerhalb des Gewerbebetriebs angeboten. So eine Möglichkeit war der Bau der Eisenbahnlinie Budapest-Steinamanger/Szombathely (1869-72), der Waldeisenbahnbau (1918–19) oder der Bau der Viadukt Brücke (1935–38), die mit der 8-ten Hauptstraße gleichzeitig gebaut wurde. An dieser Arbeit nahmen auch Leute (Kubis) aus anderer Umgebung teil, die für die örtlichen Schneider, Schumacher, Bäckerei, Wagner usw. Arbeit brachten.
Trotz der bedeutenden industriellen und heimindustriellen Tätigkeit bedeutete bis 1950 der Ackerbau die größten Einnahmen.
 

Vertreibung

          Bei der 1941-er Volkszählung bekannten sich von den 1885 Personen 1614 (86%) zur Deutschmuttersprachler. Im Jahr 1947-48 wurden 452 Personen nach Deutschland verschleppt, außer ihnen verloren viele Familien ihr ganzes Hab und Gut. In ihre Häuser wurden 552 Personen teils von der ungarischen Tiefebene, teils aus der Tschechoslowakei im Rahmen dem tschechisch-ungarischen Bevölkerungsaustausch angesiedelt. 
 
Der Stein vor der Pfarrei erinnert an die Vertreibung



Waschludt/Városlőd in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
 
In der zweiten Hälfte der 1940-er Jahre wurden auch die Felder verstaatlicht und es wurde mit der Gründung der LPGs angefangen. Das Zentrum des Staatsgutes befand sich in Neumeierhof, seine Gebiete bestanden vorwiegend aus den Feldern der früheren Meierhöfe.
Die Gruppe der LPG wurde zum ersten Mal am 1. August 1948 gegründet. Vereinigungen und Umstrukturierungen begleiteten die Geschichte der LPGs. Das zeigen auch die Veränderungen der Namen: Törekvés, Rákóczi, Kossuth, Bakonyalja, Hunyadi LPG, das Zentrum der letzten LPG war schon in Szentgál. Die Zahl der LPG Mitglieder sank ständig, nach dem Systemwechsel wurden die LPGs dann aufgelöst.
Die gesellschaftlichen Änderungen brachten auch die Änderungen der Lebensumstände mit sich. Nachdem von den Bauern ihre Felder weggenommen wurden, suchte jeder, der nur konnte, in der Industrie Arbeit. Dazu schufen die umliegenden Städte günstige Bedingungen, in erster Linie die gezwungene Industrialisierung von Ajka/Ajke. Die älteren Menschen, die nicht mehr wechseln konnten, nahmen in der LPG und im Staatsgut Arbeit an, so hatten sie wenigsten Chance auf ein wenig Rente. Zum Glück sicherten für Familien die Felder und die Tiere im Haushalt noch eine entsprechende Ergänzung ihres Lohnes. Von Waschludt/Városlőd begann infolge der Industrialisierung eine bedeutende Abwanderung in die Umgebung von Ajka und nach Herend
Durch die Entschädigung änderten sich die Eigentumsverhältnisse der Felder. Manche bauen wieder die Felder an, aber die Tierhaltung ist beinahe völlig beendet. Zwar bieten auch die lokalen Unternehmen und Institutionen geringe Arbeitsmöglichkeiten, aber die Mehrheit der Einwohner findet nur in den umliegenden Städten Arbeit.
Laut der letzten Volkszählungsdaten (2001) lag die Zahl der registrierten Einwohner der Gemeinde bei 1421 Personen. Die Mehrheit der Bewohner bekannte sich zur deutschen Nationalität.
 

Zusammengesetzte: József Oszvald Mittelschullehrer, Mitglied der Waschludter Deutschminderheitsverwaltung
 
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